In unserem Leben gibt es ganz besondere Augenblicke. Momente, die wir immer ein Leben lang in unserem Herzen tragen und eine tiefe ehrfürchtige Dankbarkeit in uns auslösen. Einer dieser Augenblicke ist, wenn wir unsere Kinder das erste Mal auf den Arm nehmen können. Ein warmes Gefühl durchströmt uns dabei und wir wissen, diesem kleinen Wesen würden wir so gerne die Sterne vom Himmel holen. Kleine Hände umschließen unseren Finger, geben uns das Gefühl, dass nur dies den Sinn unseres Lebens ausmachen kann. So endlos wie das Universum, so endlos ist auch die Liebe zu unseren Kindern. Ihr Lachen und ihre glückstrahlenden Augen werden für uns der Maßstab für das eigene Glück.
Leider können auch schwere Zeiten für Eltern und Kinder anbrechen. Nichts darf im Leben als selbstverständlich angesehen werden. Ein gesundes Kind ist wohl das Wichtigste für alle Eltern. Wir wollen unseren Kindern Leid und Schmerz ersparen und mit allen Kräften über sie wachen. Einer der ersten Schritte als Eltern, muss ein Denken sein, bei dem wir unseren Kindern ein Leben mit möglichst wenigen Risiken ebnen. Auf einen Baum zu klettern stellt für ein Kind nicht ein Risiko dar, wenn wir dabeistehen und unsere schützenden Hände für ein Auffangen bereit halten.
Kinder müssen wachsen und ihre ganz eigenen Erfahrungen machen. Erfolg sowie Missgeschicke gehören dazu, denn nicht alles an schlechten Erfahrungen können wir ihnen ersparen. Doch ein ganz wichtiger Faktor können wir beeinflussen, was sogar unsere Pflicht darstellt. Wir haben unseren Kinder viel für das Leben mitzugeben. Besonders das Wissen, dass wir Menschen auf uns selbst achten müssen. Sich gesund ernähren und verantwortungsvoll mit dem eigenen Körper umzugehen, kann und muss einem Kind auch vorgelebt werden. Aus diesem Grund sollten wir unseren Kindern schon sehr früh mit gesundheitsfördernden Maßnahmen bekannt machen.
Sebastian Kneipp beschäftigte sich mit der erschreckend hohen Sterblichkeitsrate bei Säuglingen. Er sah vieles an Nachlässigkeit, mit welcher Kinder in seiner Zeit konfrontiert wurden. Damals war es keine ungewöhnliche Handlung, bei schlechter Ernährung den Kinder auch noch Alkohol oder Kaffee anzubieten. Doch ein Sebastian Kneipp nahm dies nicht einfach als gegeben hin. Ein Stillschweigen von seiner Seite war unmöglich, da er sich der Verantwortung Kindern gegenüber sehr bewusst war. Für ihn galt es, den Eltern ein Wissen zu vermitteln, durch welches dann ein Kind auch gesund und kindgerecht ernährt aufwachsen konnte. Eltern sollten sich auch der Vorbildfunktion klar werden.
Die Anwendungen nach Kneipp sind ebenfalls für unsere Kleinen ein wichtiger Schritt zur Erhaltung der Gesundheit. Erkältungen haben nicht mehr diese lange Krankheitsdauer und das wichtige Immunsystem wird trainiert. Schon im Babyalter kann damit begonnen werden..
Bei Kindern in diesem Alter sollten diese Anwendungen nur sehr kurz durchgeführt werden. Absprachen mit den behandelnden Kinderärzten sind immer zu empfehlen.
Für die ersten Anwendungen benötigt man einen nassen (nicht tropfend), kalten Waschhandschuh. Nach einem gut temperierten Bad von 36°-37° kann dieser dem Baby behutsam auf den Rücken gelegt werden. Diese Behandlung nur über ein paar Sekunden ausführen. Danach sofort wieder in das warme Badewasser zum Aufwärmen legen. Nach einer Gewöhnungsphase von ein paar Tagen, kann der Waschhandschuh immer triefender aufgelegt werden.
Hier kann damit begonnen werden, dem Kind seinen Unterarm kalt mit einem Duschschlauch (ohne Brausekopf) zu begießen. An der Außenseite des Armes wird damit begonnen. Von den Fingerchen bis zu dem Ellenbogen. Auf der Innenseite des Armes dann wieder nach unten. Danach wird der Arm sofort in dem warmen Badewasser aufgewärmt, bevor auf der anderen Seite fortgefahren wird. Mit der Zeit und nach einer gewissen Gewöhnung, kann man den Guss erweitern. Zuerst den ganzen Arm, danach bis Unterschenkel und später Oberschenkel. Nicht das Erwärmen danach vergessen.
In diesem Alter kann mit Wechselduschen begonnen werden. Warmes Wasser wird immer für Minuten genützt, kaltes dagegen nur Sekunden.
Nach ca. 3 Minuten Duschen mit warmen Wasser, kann die Temperatur kurz auf bis zu 20° herabsenkt werden. Von den Händen oder Füssen immer in Richtung Körper. Der Bauch, Brust sowie das Gesicht ebenfalls sehr kurz abduschen.
In dieser Altersgruppe kann mit Wassertreten angefangen werden.
Diese Behandlung der Hydrotherapie macht den Kleinen richtig Spaß. Mit großen Storchschritten durch die kalte Nässe zu laufen, beschert den Kleinen ein bemerkenswert gutes Immunsystem. Auch hier gilt es mit warmen Füßen zu beginnen.
Nun kann mit richtigen Güssen angefangen werden. Gesichtsguss, Armguss und Knieguss können einen guten Anfang darstellen. Durch eine eher spielerische Anwendung, wird es für das Kind eine Selbstverständlichkeit im Laufe der Zeit.
Kleine Kinder dürfen nicht mit der gleichen Dauer von kaltem Wasser behandelt werden. Der Unterschied zwischen dem Wasser und ihrer Körpertemperatur muss niedriger sein, als bei uns Großen. Ebenfalls Warmwasseranwendungen nicht zu warm. Die Empfindlichkeit auf Temperaturen ist bei Kindern hoch. Wurden Kinder von klein auf mit Kneipp Anwendungen behandelt, kann man bei Zehnjährigen mit dem normalen Programm wie bei uns Erwachsenen beginnen.
Den eigenen Kindern die richtigen Werte zu vermitteln ist eine der Hauptaufgaben von uns Eltern. Der soziale Umgang mit seinen Mitmenschen, die Natur zu schätzen, auf die eigene Gesundheit zu achten und das nötige Verständnis dafür kann gefördert werden. Diese Lebenseinstellung wird in allen der rund 100 Kindergärten mit dem Zertifikat „Vom Kneipp-Bund e.V. anerkannte Kindereinrichtung“ gefördert und vorgelebt. Hier wird gemeinsam das Essen eingenommen ohne sich von Stress und Aufgaben ablenken zu lassen. Respekt und ein angemessenes Verhalten den Mitmenschen gegenüber wird sehr stark gefördert. Solch eine Einrichtung bereitet das Kind verantwortungsbewusst auf sein Leben vor, denn die richtigen Werte können hier vermittelt werden.
Wir können unseren Kinder viele Dinge mit auf ihren Lebensweg geben. Nicht das Materielle zählt, sondern gesunde Denkweisen, soziales Miteinander, sich der Verantwortung dem eigenen Körpers gegenüber und dessen Gesundheit bewusst machen und das Gefühl, von uns immer geliebt zu werden.