Das Leben erscheint uns oft wie ein einziger Kampf. Ständig gesellen sich zu den bereits bestehenden Problemen neue dazu. Den Überblick hat man schon längst verloren und sieht auch keinen Ausweg mehr, aus solch einem Dilemma heraus zu kommen. Ratlosigkeit und Frustration sind in solchen Situationen auch keine empfehlenswerte Lebensratgeber. Woran liegt es aber, dass andere Menschen ihr Leben scheinbar so mühelos in den Griff bekommen? Was verursacht das eigene Chaos und wie kann man erfolgreich dagegen angehen?
"Ordnung halber" muss nun Sebastian Kneipp mit in das Spiel gebracht werden. Er erkannte Zusammenhänge und verstand sie auch einfach zu vermitteln. Ein Herz das sich schnell und unregelmäßig wehrt, ein Schichtarbeiter der keinen regelmäßigen Rhythmus finden kann, Magen- und Darmprobleme, zeigen das der Organismus aus den Gleisen geraten ist. Kinder die durch den übersteigerten Leistungsdruck der Eltern und Lehrer schon in jungen Jahren krank werden, sind keine Seltenheit mehr in unserer heutigen Gesellschaft.
Wir Menschen brauchen feste Pfeiler in unserem Leben. Sicherheiten die uns den nötigen Rückhalt vermitteln können. Zu solch einem Gefühl gehört aber auch eine entsprechend gesunde Einstellung dazu. Plan- und ordnungslos durch die Welt zu gehen, bereitet keine Freude, denn wir öffnen damit nur den kaum überschaubaren Sorgen Tür und Tor. Hier liegt der Schlüssel, bei den Fragen warum wir das Leben so schwer in den Griff bekommen. Fehlen uns klare Strukturen im Alltag so wie der Freizeit? Ist es Zeit endlich umzudenken?
Würden wir eine Liste erstellen, auf die wir nach Wichtigkeit Prioritäten setzen, müsste unsere Gesundheit an oberster Stelle stehen. Nicht immer sollte man nur an andere Menschen denken, auch wenn sie unserem Herzen sehr nahe stehen. Wir sollten in unser eigenes Herz blicken und uns selbst fragen, was wir für uns Hilfreiches tun können. Unterstützend anderen Menschen die Hände zu reichen ist ein sehr lobenswerter Charakterzug, aber dazu ist auch die eigene innere Stabilität nötig.
Bei dieser Therapie geht es nicht darum, wann was in den eigenen vier Wänden aufgeräumt oder geputzt werden muss. Es geht um das Innere in uns. Ordnung in den Handlungen und Denkweisen zu bringen. Die Stabilität und Kraft zu erreichen, welche uns emotional auf einem Fluss von Wohlgefühl, Gesundheit und innerer Zufriedenheit schwimmen lässt.
Überdenkt man seinen eigenen Lebensstil, stößt man bei einem genauen Betrachten auf so manche Punkte, die uns das Leben nicht leichter gestalten. Richtige Änderungen würden uns einen Fortschritt bringen, denn diese Bewegung würde sich bemerkbar machen. Doch wie bei allen Veränderungen in unserem Leben ist auch unsere Konsequenz bei der Durchsetzung entscheidend. Ob etwas sich auch bleibend verändern kann, langfristig erfolgreich zu sein, bedeutet auch langfristige Konsequenz.
Kneipp vergaß bei seinen Denkweisen schon damals nicht, die Dringlichkeit der psychischen Gesundheit. Um sich selbst als Teil in einem sozialen Umfeld erkennen zu können, muss hier ein Umdenken statt finden. Falsche Lebensgewohnheiten schieben diesem Ziel jedoch einen Riegel vor und man tritt weiterhin auf der Stelle. Für Sebastian Kneipp hieß die Lösung: in Maßen genießen! Zu wenig kann genau so schädlich sein wie ein zu viel. Die gesunde Mitte ist in allen Bereichen des Lebens zu empfehlen. Eine Ausgewogenheit führt zu einer inneren Balance und erleichtert dabei auch unseren oft sehr schwer arbeitenden Organismus. Ruhe und Tatendrang in einem richtigen Verhältnis gelebt, vermag für die Ordnung in uns selbst zu sorgen.
Die Ordnungstherapie ist ein Teil von einem Ganzen. Ein Teil von fünf wichtigen und lebensbejahenden Grundsätzen. Alleine in der Wirkung nicht perfekt, aber im Gesamten gelebt der Schlüssel zu Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Sie erinnert an die Eigenverantwortung sich selbst gegenüber. Das Leben ist viel zu kostbar und auch einmalig, um es gedankenlos zu verschwenden und gesundheitlich auszunehmen. Mit der bewussten Verantwortung sich selbst gegenüber, bietet man automatisch auch seinem privaten Umfeld mehr Sicherheit. Als Familienvater sollte man sich einmal einen Gedanken darüber machen, was eine schwere Erkrankung für all die Lieben bedeuten würde.
Wir sollten uns der Bedeutung unseres Körpers bewusster werden. Er ist nicht nur eine mehr oder weniger schöne Hülle. Er bietet unserer Seele, unserem Sein ein Zuhause. Würden wir solch eine Unordnung in unserer Wohnung zulassen? Wohl eher nicht. Im Notfall würden wir nach einer Unterstützung suchen, die mit uns das Chaos beiseite räumt. Sei es in Form einer Haushälterin oder Hilfe durch liebe Menschen aus unserem sozialen Umfeld. Doch auch für unser Innerstes und unsere Gesundheit steht diese Hilfe bereit.
Umzudenken ist nicht von Alter oder einem Glauben abhängig. Jeder von uns kann mit dem ausreichenden Willen gesundheitlich noch Berge in eine positive Richtung bewegen. Motivation findet man alleine durch den Gedanken, über eine bessere Lebensqualität verfügen zu dürfen. Langsam und mit Ruhe wird ein neuer Ort in unserem Innersten gefunden, der vielleicht noch nie wirklich gesucht und entdeckt wurde. Dieser Ort verspricht uns und unseren Kindern eine bessere Zukunft, denn er kann das Leben um ein Vielfaches einfacher gestalten. Mit sich selbst im Reinen zu sein, verhindert das Chaos, Unzufriedenheit, Neid und Hilflosigkeit. Ein soziales Miteinander schafft Stützen und feste Pfeiler für unsere Sicherheit liebende Seele.
Auch die Vorbildfunktion für die kleinen Heranwachsenden darf nicht leichtsinnig in Vergessenheit geraten. Kinder ahmen alles was sie von uns Großen sehen nach. Bei jeder Zigarette die man anzündet, bei jedem Glas Alkohol und jeder nicht so sozialen Handlung leben wir ihnen Falsches, angeblich Erstrebenswertes vor. Wie verhängnisvoll kann sich dies für ein Kind in späteren Jahren auszahlen. Unsere Kinder werden als junge Erwachsene ihren eigenen Weg beschreiten, aber wir dürfen ihnen keine falschen Wegweiser aufstellen. So führen wir sie in die Irre und tun ihnen damit sicherlich für ihren weiteren Lebensweg keinen Gefallen.
Wir sollten uns auf die Suche nach unserer gesunden Mitte begeben. Bedürfnisse erkennen und auch mit den richtigen Maßnahmen umsetzen. Die Richtung zeigt uns Sebastian Kneipp. Der Weg zur Gesundheit ist nicht mit vielen bunten Pillchen zu gehen, sondern mit fünf harmonisch auf einander abgestimmten Lebensweisen. Der Sinn liegt auch in dem erst schon gar nicht entstehen lassen von Erkrankungen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, Sport, sich geistig nicht über- oder unterfordern legen den Grundstock für ein langes Leben. Warum damit warten - warum nicht heute damit beginnen?