Wassertreten ist eine Behandlungsmethode der Hydrotherapie, die auf der Grundlage von
Sebastian Kneipp angewendet wird. Hierbei wird in kaltem Wasser im Storchengang geschritten, d. h.
ein Bein sollte immer vollkommen aus dem Wasser herausgezogen und die Fußspitze etwas nach unten gebeugt werden.
Zu Beginn des Wassertretens müssen die Füße warm sein.
Spürt man ein Kältegefühl in den Füßen und den Unterschenkeln, sollte man
das kalte Wasser verlassen. Nach dem Wassertreten das Wasser nicht abtrocknen (!),
sondern lediglich abstreifen und zur Erwärmung sich und die Füße bewegen.
Durch Wassertreten wird der Kreislauf angeregt und die arterielle Durchblutung gefördert. Der Kältereiz lässt die
oberflächlichen Blutgefäße kontrahieren. Gemeinsam mit der Muskelbewegung fördert dies auch den venösen Blutstrom und
beugt Krampfadern vor. Am Abend durchgeführt ist Wassertreten eine Hilfestellung zum besseren Einschlafen.
Für ein Regulationstraining zur Prophylaxe arterieller und Behandlung venöser
Durchblutungsstörungen kann Wassertreten mit Laufen kombiniert werden.
Wassertreten wird auch zur Behandlung von Migräne empfohlen. Es stärkt außerdem die Abwehrkräfte,
ist infektvorbeugend.
Aber auch hier gilt: Fragen Sie unbedingt Ihren Hausarzt, lassen Sie sich beraten.
Als Kontraindikation gelten Harnwegsinfektionen, Blasen- und Nierenkrankheiten,
schwere arterielle Durchblutungsstörungen und natürlich sollte man davon Abstand nehmen,
wenn man friert oder kalte Füße hat.
Viel Spaß beim Wassertreten!
Wasserbehandlungen sind schon seit Jahrtausenden Bestandteil der Badekultur. So glaubten bereits die Griechen,
dass das Wasser Heilkraft besitze. Auch die Römer bauten öffentliche Bäder.
Als Vater der Hydrotherapie wird der römische Ehrenbürger Antonius Musa
angesehen, von dem berichtet wird, dass er 23 v. Chr. den Kaiser Augustus mit kalten Bädern geheilt haben soll.